„Pflegefachpersonen stellen sicher, dass Einzelne und Familien verständliche, genaue, ausreichende und rechtzeitige Informationen erhalten, angepasst an die Kultur der Patientinnen, ihre sprachlichen, kognitiven und körperlichen Bedürfnisse sowie an ihren mentalen Zustand. Sie bilden die Grundlage für die Zustimmung zur Pflege und die dazu gehörige Behandlung.“ (ICN-Ethikkodex 2021)

Professionelle Pflegeberatung in der eigenen Häuslichkeit
Wer zu Hause von An- und Zugehörigen gepflegt wird und Pflegegeld bezieht, hat Anspruch – und in vielen Fällen auch die Pflicht –, regelmäßig eine professionelle Pflegeberatung in den eigenen vier Wänden in Anspruch zu nehmen. Diese Beratung ist im Sozialgesetzbuch XI (§ 37 Abs. 3) gesetzlich verankert und dient dazu, die Qualität der häuslichen Pflege zu sichern und pflegende An- und Zugehörige zu entlasten.
Worum geht es?
Der Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI ist ein Besuch einer qualifizierten Pflegefachperson bei Ihnen zu Hause. Im Rahmen dieses Besuchs wird Ihre individuelle Pflege- und Betreuungssituation umfassend eingeschätzt. Die Pflegefachperson prüft, ob die Pflege durch die Pflegeperson angemessen sichergestellt ist, gibt konkrete Empfehlungen zur Pflegegestaltung und weist auf weiterführende Unterstützungsangebote hin.
Für wen ist der Beratungseinsatz verpflichtend?
| Pflegegrad | Verpflichtung | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | freiwillig | halbjährlich |
| Pflegegrad 2–3 | verpflichtend¹ | halbjährlich |
| Pflegegrad 4–5 | verpflichtend¹ | vierteljährlich |
¹ Verpflichtend nur, wenn ausschließlich Pflegegeld bezogen wird und kein Pflegedienst (Sachleistung) in Anspruch genommen wird. Wer Pflegegeld und Pflegedienstleistungen kombiniert, kann die Beratung freiwillig in Anspruch nehmen.
Was sind die Ziele der Beratung?
- Sicherung der Pflegequalität (Die pflegerische Versorgung zu Hause wird durch Pflegefachpersonen fachlich begleitet)
- Entlastung der Pflegeperson (Tipps, Hilfestellungen und praktische Anleitungen erleichtern den Pflegealltag)
- Frühzeitige Erkennung von Risiken (Mögliche Überlastungen der Pflegeperson oder gesundheitliche Gefährdungen der Person mit Pflegebedarf werden frühzeitig erkannt)
- Information über Leistungen (Es wird über zusätzliche Hilfsangebote informiert).
- Individuelle Empfehlungen (Die Pflegefachperson empfiehlt z.B. Pflegehilfsmittel).
Wie läuft ein Beratungseinsatz ab?
- Terminvereinbarung: Die Beratung findet in Ihrer häuslichen Umgebung statt. Ein Termin wird im Vorfeld vereinbart.
- Bedarfsanalyse: Die Pflegefachperson verschafft sich einen Überblick über die Pflegesituation, spricht mit Ihnen und den pflegenden An- und Zugehörigen und bewertet die Versorgungssituation vor Ort.
- Empfehlungen: Sie erhalten konkrete Hinweise und Empfehlungen zur Verbesserung oder Ergänzung der Pflege.
- Dokumentation: Die Ergebnisse des Beratungsgesprächs werden mit Ihrer Einwilligung in einem Nachweis dokumentiert und der Pflegekasse übermittelt.
- Möglichkeit der Durchführung per Videokonferenz: Auf Wunsch und mit entsprechender Einwilligung kann der Beratungseinsatz auch einmal im Jahr alternativ per Videokonferenz durchgeführt werden.
Wer führt die Beratung durch?
Den Beratungseinsatz führen Pflegefachpersonen von zugelassene Pflegedienste, unabhängigen anerkannten Beratungsstellen und kommunalen Beratungsstellen. Meine Beratungsbesuche erfolgen im Rahmen meiner Honorartätigkeit für die unabhängigen Beratungsstelle Henseleit+. Mein Einsatzgebiet umfasst Berlin-Pankow, Berlin-Friedrichshain und Berlin-Wedding.
Was kostet die Beratung?
Der Beratungseinsatz wird von der Pflegekasse finanziert. Für Sie entstehen keine Kosten. Die Vergütung vereinbaren die Pflegekassen direkt mit den zugelassenen Organisation.
Was passiert, wenn die Beratung nicht wahrgenommen wird?
Da der Beratungseinsatz für Pflegegeldbezieher ab Pflegegrad 2 gesetzlich verpflichtend ist, kann die Pflegekasse bei wiederholter Nichtinanspruchnahme das Pflegegeld ruhen lassen oder kürzen. Die Beratung dient Ihrem Schutz und der Sicherstellung einer Versorgung. Benötigen Sie eine Pflegeberatung, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.
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